Harald Wagener<p>Kleiner Infodump <a href="https://social.treehouse.systems/tags/W%C3%A4rmepumpe" class="mention hashtag" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">#<span>Wärmepumpe</span></a> <a href="https://social.treehouse.systems/tags/D%C3%A4mmung" class="mention hashtag" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">#<span>Dämmung</span></a> <a href="https://social.treehouse.systems/tags/Heizung" class="mention hashtag" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">#<span>Heizung</span></a> und so weiter.</p><p><span class="h-card" translate="no"><a href="https://sueden.social/@smee" class="u-url mention" rel="nofollow noopener noreferrer" target="_blank">@<span>smee</span></a></span> hatte in meinem letzten Beitrag ja kritisiert, dass meine Wärmepumpenrechnung nicht aufginge, weil man das Haus vorher isolieren müsste. Ich habe das mit einem kurzen Kommentar abgeschmettert, glaube aber dass ich hier nochmal etwas mehr ins Detail gehen muss.</p><p>Und ja: Meine Anmerkungen sind aus Sicht von Immobilieneignern geschrieben. Das sind immerhin 40% der Leute in Deutschland, also nicht so wenig. Gegenargumente die sich auf Mietwohnungen beziehen, bitte zurückhalten (-:</p><p>- Eine Wärmepumpe pumpt Wärme, nämlich aus der Umwelt in mein Heizmedium.<br>- Mit steigender benötigter Vorlauftemperatur (genauer: steigendem Delta zwischen Umgebungstemperatur und Vorlauftemperatur), muss die Wärmepumpe mehr pumpen: Der Kompressor muss mehr arbeiten, und das Verhältnis von Stromverbrauch zu Wärmeertrag verändert sich zuungunsten des Wärmeertrags: Die konkrete Arbeitszahl (wie viel kW Wärme bekomme ich für 1 kW Strom) sinkt.<br>- Es ist also erstrebenswert, die benötigte Vorlauftemperatur so gering zu halten wie möglich<br>- Dafür gibt es im wesentlichen zwei Massnahmen:</p><p> 1. Verringerung der Heizlast: Man sorgt dafür, dass das Haus nicht so viel Wärme verliert. Hier gibt es verschiedene Massnahmen, die alle unter "Das Haus nuss isoliert werden" subsummiert werden. Wenn man ein nicht dafür gebautes Haus aus den 70er/80er Jahren nachträglich energetisch sanieren will, kommen gerne Horrorzahlen wie 200.000EUR für eine Gesamtsanierung (Wände, Dach, Fenster, Türen, Keller) zusammen.<br>2. Vergrösserung der Heizfläche. Hier kommen gerne Horrorvorstellungen zusammen wie "Es muss der ganze Fussboden aufgekloppt werden und es kostet 100.000EUR" zusammen plus "in der Zeit kann ich zuhause nicht wohnen"<br>3. Hydraulischer Abgleich -- also eine bedarfsgerechte Versorgung der Räume mit Heizmedium.</p><p>Zu 1. verweise ich auf dieses Video: <a href="https://youtu.be/FbWOuRJhvFU" rel="nofollow noopener noreferrer" translate="no" target="_blank"><span class="invisible">https://</span><span class="">youtu.be/FbWOuRJhvFU</span><span class="invisible"></span></a>, das nahelegt, dass man vielleicht nicht immer auf den Eventualmaximalbedarf hin optimieren muss</p><p>Zu 2. verweise ich auf Alternativen zu Fussbodenheizungen: Dreireihige moderne Heizkörper, Wand/Deckenheizungen, und weitere alternative Ansätze, bei denen man nicht das ganze Haus aus und wieder einräumen muss.</p><p>Zu 3.: Hydraulischer Abgleich geht mit _allen_ Wärmeerzeugern und ist unbedingt zu empfehlen, weil ein hydraulischer Abgleich um 20-30% Heizkosten einsparen kann. EDIT: Diese Zahl wurde von einer Energieberaterin als unerreichbar bezeichnet. Ich versuche mehr zu erfahren.</p><p>Bei Heizung mit Multisplit Wärmepumpe und Luft-Luft Klima-Anlagen entfällt dieser Teil, weil die Energieanforderung komplett dynamisch erfolgt. Hier muss nur darauf geachtet werden, dass das Aussenmodul die kombinierten Anforderungen der Raummodule leisten kann.</p><p>Und viertens: Wärmepumpen werden in der Performance immer besser und die Strompreise haben sich so entwickelt, dass man selbst bei einer *Jahresarbeitszahl* von 2,6 im Vergleich zu Gas nicht nur Primärenergie sondern auch Geld spart. _Ohne_ die anstehenden CO2-Abgaben "lohnt" sich die Umstellung perspektivisch nur über 20 Jahre oder so, aber immerhin. Ein Überblick über die Entwicklung auf dem Markt findet man in diesem Video zur ISH 2025: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uacprt4MyoY" rel="nofollow noopener noreferrer" translate="no" target="_blank"><span class="invisible">https://www.</span><span class="ellipsis">youtube.com/watch?v=uacprt4Myo</span><span class="invisible">Y</span></a> -- es sei aber angemerkt, dass die meisten vorgestellten Geräte erst ab Ende 2025/Anfang 2026 _wirklich_ auf dem Markt sind (und man aufgrund der vielen Elektronik und Steuerungssoftware eventuell einen oder drei Updatezyklen bei der Software warten will). </p><p>Abschliessend, ich habe es auch anderswo gesagt: Sucht Euch ein vernunftbegabten Energieberaty (in der Regel sind die das) die Euch verstehen und versucht herauszufinden, was sich für Euch lohnt. Wenn ihr eine Gastherme vor deren wirtschaftlichen oder technischem Ablaufdatum austauscht, findet jemand der die weiter verwendet (meine geht an Freunde in der Nachbarschaft).</p><p>PS: Meine Eltern haben vor drei Jahren ihre Gasheizung erneuert , und selbst das hat bei ihnen zu einer eklatanten Reduktion des Gasverbrauchs geführt. Und weniger Primär-Energie ist weniger Primär-Energie.</p>